DFK fördert PiT-Hessen PDF Drucken E-Mail
dfkDie Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK) fördert die Evaluationsvorhaben von PiT-Hessen mit 20.000 Euro.

10.000 Euro stehen 2009 zu Verfügung, weitere 10.000 Euro sind unter der Voraussetzung verfügbarer Stiftungsmittel zugesagt. Mit dieser Unterstützung sollen in Zusammenarbeit mit der Philipps-Universität in Marburg folgende Maßnahmen durchgeführt werden:



Start 2009:

1. Überprüfung von Langzeiteffekten und Replikation der Befunde des Modellprojekts

Inhalt:
Eine Nachbefragung derjenigen SchülerInnen, die im Schuljahr 2004/2005 am Projekt teilgenommen haben, erscheint nach genauer Prüfung als sehr aufwändig und in Teilen auch als nicht möglich. Vorgeschlagen wird daher eine Replikation der Evaluation des Modellprojektes mit zusätzlicher Untersuchung von Langzeiteffekten. Geplant ist eine Befragung von 6 PiT-Schulen mit insgesamt 12 PiT- Klassen sowie insgesamt 12 Klassen ohne Programmteilnahme. Die Befragung erfolgt zu drei Messzeitpunkten: unmittelbar vor Programmbeginn (t1), unmittelbar nach Programmende (t2) und 9 Monate nach Programmende (t3). Dieses Vorgehen eröffnet - zusätzlich zur Untersuchung von Langzeiteffekten - die Möglichkeit eines Vergleichs mit den Befunden der bereits vorliegenden Evaluation des Modellprojekts. Somit kann überprüft werden, ob das Projekt nach einer Anreicherung mit den praktischen Erfahrungen der Modellphase an Effektivität gewonnen hat. Geplant ist, die Datenerhebung onlinegestützt in den Schulen durchzuführen.



2. Wirkung des Programms auf subtile Aggressionsindikatoren

Inhalt:
Überprüft wird die Wirkung des Programms auf subtile Aggressionsindikatoren. Eingesetzt werden Aggressions-IAT Verfahren. Das sind computergestützte Reaktionszeitmessungen. Erste Untersuchungen zeigen, dass diese für den Nachweis der Wirkung von Präventionsprogrammen z. T. sensibler sind als konventionelle Fragebogenverfahren. Außerdem sind sie im Vergleich zu konventionellen Verfahren weniger anfällig für bewusste Antwortverzerrungen.
Diese Komponente der Evaluation wird wegen des hohen Aufwandes nur mit einem kleinen, sorgfältig ausgewählten repräsentativen Teil der Gesamtstichprobe durchgeführt. Es wird  eine Stichprobe von 50 SchülerInnen aus 6 Projektklassen sowie 50 SchülerInnen aus 6 Kontrollklassen ohne Projektteilnahme zu t1 und t2 befragt.



Start 2011:

3. Überprüfung der Wirksamkeit des Programms bei Schülerinnen und Schülern der Förderschule

Inhalt:
Geplant ist eine Befragung von 4 PiT-Förderschulen mit insgesamt 8 PiT- Klassen sowie insgesamt 8 Klassen ohne Programmteilnahme. Die Befragung erfolgt zu drei Messzeitpunkten: unmittelbar vor Programmbeginn (t1), unmittelbar nach Programmende (t2) und 9 Monate nach Programmende (t3).



4. Effektivität im Vergleich zu Alternativprogrammen

Inhalt:
Überprüft wird, wie wirksam PiT-Hessen in Relation zu vergleichbaren Projekten im deutschen und englischen Sprachraum ist. Dazu findet zunächst eine umfangreiche Recherche und Beschaffung der Volltexte von Evaluationen vergleichbarer Präventionsprogramme statt. Die aufgefundenen Berichte werden analysiert und die Ergebnisse in einen Index transformiert, der statistisch mit den Ergebnissen von PiT-Hessen verglichen werden kann. Es wird auch überprüft, worin sich Programme mit unterschiedlicher Effektivität inhaltlich unterscheiden.



5. Effizienz im Vergleich zu Alternativprogrammen

Inhalt:
Der Begriff Effizienz bezieht sich auf eine Relativierung der Effektivität einer Maßnahme an ihren Kosten. Der alleinige Vergleich von Programmen auf Basis ihrer Effektivität ist nicht ausreichend. Beispielsweise kann der Einsatz eines Projektes mit etwas geringerer Effektivität als ein Vergleichsprojekt dennoch indiziert sein, wenn dieses Projekt bei seiner Realisierung geringere Kosten verursacht. Daher wird überprüft, wie effizient PiT-Hessen in Relation zu Projekten ist, die vergleichbar sind und zu denen sich Angaben zu ihrer Effektivität und ihren Kosten ermitteln lassen.